Am Neuen Markt | Neuer Markt 2 |
|
Nach dem Tod des Gastwirts wurde am 24. März 1824 in den „Wöchentlichen Rostockschen Nachrichten und Anzeigen“ das „zur Verlassenschaft des Kaufmanns J.C. Köhler gehörige Haus“ zum Verkauf angeboten: „Dieser große, in Rostock am Neuen Markte gelegenen Gasthof (…) ist vor einigen 30 Jahren von Grund auf neu, elegant und höchst dauerhaft gebaut.“ Zudem enthält das Haus einen „vorzüglich zu jeder Jahreszeit trockenen Wein- und Wirtschaftskeller“ und sei „sowohl in Mecklenburg, als im angrenzenden Auslande schon zu bekannt, als daß dasselbe einer näheren Beschreibung und weiteren Empfehlung bedürfe.“ Am 29.1.1830 war das Hotel inzwischen in den Besitz von Friedrich Paetow gelangt, nachdem der Kaufmann, Weinhändler und vorherige Eigentümer Martiennsen verstarb - die Zuschreibung erfolgte allerdings erst am 2.Oktober 1834. Im Juli 1841 wurde das mit einer Weinhandlung verbundene Hotel du Soleil – Haus Sonne von Paetow an die Kaufmänner Stolterfoth und Kntitschky verkauft. Ab 1.November des Jahres 1848 war dann der Kaufmann Carl Friedrich Heyden der neue Besitzer und führte das Haus ebenfalls als Hotel unter dem bekannten Namen weiter. Das Hotel blieb bis zu seinem Umbau 1920 für 72 Jahre im Besitz der Familie Heyden. Zwischen 1892 und 1896 befanden sich in dem Haus rechts an der Ecke noch das Zigarrengeschäft Theodor Herfe, ab 1897 hatte dann die Zigarrenhandlung Paul Grimm- Inh. Otto Bründel hier ihren Sitz, später zog das Geschäft an den Neuen Markt 15. 1920 wurde im ehemaligen „Hotel zur Sonne“ nach einem Umbau das Cafe` Sonne – ein Kaffeehaus in großem Stil - eröffnet. Inhaber war der Geschäftsmann Arthur Mylan, der die Jahre zuvor ein Geschäft am Neuen Markt 12 besaß. Im Erdgeschoss befand sich eine Konditorei mit modernsten maschinellen Einrichtungen, ein breites Treppenhaus führte zu dem Cafe` im ersten Stock. Zusätzlich entstand noch das Kino „Lichtspiele Sonne“ (Eingang Steinstraße Nr. 10) – eine besondere Attraktion für Rostock: „Der Sonnensaal präsentiert sich heute in sattem Rot, flankiert von Säulen und hat (...) die Muse des Kientopps gastlich aufgenommen“ so schrieb man damals in der Rostocker Zeitung. Die weithin bekannte „Sonne“ wurde im II. Weltkrieg komplett zerstört, der Platz blieb auch nach dem Krieg unbebaut. Erst in der Zeit zwischen dem 14.1.1969 und dem 9.6.1970 entstand hier ein Seemannsheim und die Großgaststätte „Haus Sonne“. In dem ehemaligen Zigarrengeschäft befand sich ein Bekleidungshaus. Nach der Wende verfiel das Haus zusehends, wurde aber ab Mitte der neunziger Jahre komplett umgebaut. Seit 1998 befindet sich hier ganz nach alter Tradition wieder das Hotel Haus Sonne, das von der Steigenberger Hotelgruppe geführt wird. In dem früheren Zigarrengeschäft befindet sich heute, nachdem die Dresdner Bank dort Mieter gewesen ist, die Weinwirtschaft – ein beliebtes Lokal für Einheimische und Touristen, dass sich durch eine erlesene Wein- und Speisekarte auszeichnet und auch gern von Geschäftsleuten zu Business-Lunch genutzt wird. |
| < zurück | weiter > |
|---|